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Verbindungsklammer für Raumcontainer: Aufgabe und Wirkprinzip
Werden zwei oder mehr Module nebeneinandergestellt, ergibt sich daraus noch kein zusammenhängendes Gebäude, sondern zunächst nur eine Reihe einzelner Kästen. Die Verbindungsklammer für Raumcontainer schließt genau diese Lücke. Sie sichert nah beieinander aufgestellte Container und stellt eine formschlüssige Verbindung zwischen den Systemen her, sodass Module nicht seitlich auseinanderwandern. Die variablen Verbindungselemente greifen dabei in die seitlichen Öffnungen der Containerecken ein. Bei korrekter Montage und Verschraubung an Vorder- und Rückseite entsteht eine statisch stabile Verbindung, die ein Verschieben der Container zuverlässig verhindert.
Das klingt nach wenig für ein so kleines Bauteil. Tatsächlich lassen sich fast alle typischen Beschwerden an mehrteiligen Modulgebäuden darauf zurückführen, dass sich Module gegeneinander bewegt haben: Türen, die nicht mehr schließen, Zugluft entlang einer Innenfuge, Feuchtigkeit unter einer Dachfuge, eine Stufe im Bodenübergang, über die Rollwagen stolpern.
Der Eckbeschlag und seine seitliche Öffnung
An jeder der acht Ecken eines Containers sitzt ein Eckbeschlag, ein dickwandiges Hohlteil, das dort in den Rahmen eingeschweißt ist, wo Eckpfosten, Längsträger und Querträger zusammentreffen. Es ist das am kräftigsten ausgeführte Bauteil des Behälters und die Stelle, an der Handhabungskräfte in die Struktur ein- und wieder austreten sollen. Jeder Eckbeschlag besitzt Öffnungen an drei Flächen: oben oder unten, an der Stirnseite und an der Längsseite.
Genutzt wird hier die seitliche Öffnung, also jene, die zur Längsseite weist. Diese Wahl ist kein Zufall. Zwei nebeneinanderstehende Module richten ihre seitlichen Öffnungen über die Fuge hinweg direkt gegeneinander. Ein Beschlag, der beide fasst, zieht damit unmittelbar zwischen den steifsten Punkten beider Rahmen. Weder Wellblechwand noch Dachblech noch deren Befestigungen werden beansprucht, denn diese würden sich lange vor den Eckbeschlägen verformen. Die am Eckbeschlag eingeleitete Kraft läuft in Eckpfosten und Träger, also genau in den Lastpfad, für den der Rahmen ausgelegt ist.
Warum unverbundene Module auseinanderwandern
Module sind schwer, und schwere Dinge scheinen dort zu bleiben, wo man sie hinstellt. Im Modulbau stimmt das nicht, weil die einwirkenden Lasten nicht konstant, sondern wechselnd sind. Kleine Bewegungen summieren sich.
- Wind: ein Modul bietet eine große Flanke und eine große Dachfläche. Druck auf der einen und Sog auf der anderen Seite schieben die Gruppe seitlich und heben eine Kante leicht an. Jede Bö versetzt ein wenig, und über eine Saison öffnet sich die Fuge.
- Nutzung: Personenverkehr, Rollwagen über Schwellen und zufallende Türen bringen waagerechte Stöße auf Fußbodenhöhe ein, also genau dort, wo die Fuge am wenigsten gehalten ist.
- Temperatur: Stahlrahmen dehnen sich täglich aus und ziehen sich zusammen. Zwei Module, die nur aneinanderlehnen, kriechen auseinander, weil die Reibung das Herausrutschen zulässt, die Rückbewegung aber nicht.
- Untergrund: Auflager setzen sich, Frost hebt an, Schotter verdichtet sich unter einer Ecke. Ungleiches Setzen verdreht ein Modul im Grundriss und öffnet ein Fugenende.
- Erschütterung: Verkehr, Baumaschinen und Technik in der Nähe erzeugen dauerhafte leichte Schwingungen, die alle übrigen Effekte beschleunigen.
Die Folgen sind nicht nur optisch. Öffnet sich die Fuge, wird die Dachfugenabdeckung samt Rinne über ein Maß hinaus beansprucht, für das sie nie gedacht war, und Wasser findet seinen Weg. Innenbekleidungen reißen am Stoß. Türrahmen laufen aus dem Winkel, Türen klemmen oder schließen nicht mehr. Am Bodenübergang entsteht eine Stufe als Stolperstelle. Diese Schäden nachträglich zu beheben kostet ein Vielfaches der sauberen Montage am ersten Tag.
Warum immer vorn und hinten verschraubt wird
Eine einzelne Klammer an einem Fugenende hält zwei Punkte zusammen, und eine Verbindung an nur einer Stelle wirkt wie ein Gelenk. Die Module können sich weiterhin um diesen Punkt im Grundriss verdrehen, das gegenüberliegende Fugenende öffnet und schließt sich also weiter. Erst eine Klammer vorn und eine zweite hinten bilden ein Kräftepaar mit Hebelarm, und ein Kräftepaar nimmt neben der Verschiebung auch die Verdrehung auf. Genau deshalb entsteht die statisch stabile Verbindung ausdrücklich nur bei korrekter Montage und Verschraubung an Vorder- und Rückseite.
Dieselbe Überlegung gilt für die ganze Reihe. Jede Fuge zwischen benachbarten Modulen braucht ihr eigenes Paar. Wer bei drei Modulen nur die äußeren Fugen sichert, lässt das mittlere Modul gegen beide Nachbarn arbeiten.
Warum Seecontainer ausgenommen sind
Die standardisierte Ausführung passt zu gängigen Standardcontainern der Raummodulfamilie, also zu Raumcontainern, Bürocontainern, Sanitärcontainern und Baustellencontainern. Für Seecontainer ist die Klammer nicht geeignet, und der Grund dafür ist technisch, nicht kaufmännisch.
Seecontainer sind für eine andere Beanspruchung gebaut. Ihre Eckbeschläge sind genormte Seebeschläge, deren Geometrie, Wandstärke und Öffnungsform darauf ausgelegt sind, mehrere Einheiten übereinander zu stapeln, Twistlocks für Zug und Druck aufzunehmen und Laschkräfte aus Stangen und Spannschlössern an Bord eines rollenden Schiffes einzuleiten. Die Sicherung auf See erfolgt mit dieser eigenen Ausrüstung: Twistlocks zwischen gestapelten Einheiten, Brückenbeschläge zwischen benachbarten Stapeln, Laschstangen und Spannschlösser bis in die Decksbeschläge, alles als abgestimmtes System. Eine Klammer, die auf die Eckgeometrie und die Beanspruchung von Raummodulen ausgelegt ist, gehört nicht in dieses System und darf dort nicht ersatzweise verwendet werden. Umgekehrt entsprechen die Kräfte, die ein Seecontainer erfährt, nicht denen eines stationären Modulgebäudes. Wo auf einem Projekt beide Familien vorkommen, sollte die jeweilige Sicherungsausrüstung getrennt und eindeutig gekennzeichnet gelagert werden.
Montagereihenfolge
Das Klammern steht am Ende einer Reihenfolge und nicht am Anfang. Wer versucht, versetzte Module mit dem Beschlag zusammenzuziehen, beschädigt den Beschlag.
- Zuerst die Auflagerpunkte vorbereiten und prüfen. Sie müssen eben, gleich hoch und tragfähig sein. Ein schief begonnenes Gebäude lässt sich mit Klammern nicht geraderichten.
- Das erste Modul absetzen und auf Waage und Rechtwinkligkeit prüfen, einschließlich der Diagonalen im Grundriss.
- Das zweite Modul mit kleinem, kontrolliertem Abstand daneben absetzen, geführt abgelassen und nicht herangezogen.
- Die Ecken in allen drei Achsen ausrichten. Vorn und hinten sollte dasselbe Fugenmaß erscheinen, und die Fußbodenhöhen sollten an der Fuge übereinstimmen.
- Die Klammer ansetzen und die Verbindungselemente in die seitlichen Öffnungen der Eckbeschläge beider Module einhängen.
- Verschrauben und am anderen Fugenende wiederholen. Eine Fuge gilt erst mit beiden Enden als fertig.
- Danach Ausrichtung, Türgang und Bodenhöhe erneut prüfen, denn das Zusammenziehen kann Maße geringfügig verändern.
- Erst dann Dachfugenabdeckung, Rinne, Fugendichtungen und Innenanschlüsse ausführen, die alle darauf angewiesen sind, dass das Fugenmaß so bleibt.
Kontrolle, Korrosionsschutz und Ersatzteile
Klammern sitzen im Freien an der nassesten und schmutzigsten Stelle eines Gebäudes, unten an der Fuge, wo Ablaufwasser zusammenläuft. Eine kurze Routine lohnt sich.
| Prüfpunkt | Zeitpunkt | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Vollzähligkeit | Bei Anlieferung | Klammer und Schrauben für Vorder- und Rückseite jeder Fuge vorhanden, Reserve wie bestellt |
| Zustand der Teile | Bei Anlieferung und vor jeder Wiederverwendung | Haken und Verbindungselemente unverformt, Gewinde sauber und leichtgängig, Beschichtung unbeschädigt |
| Sitz | Nach der Montage | Elemente vollständig in den seitlichen Öffnungen eingehängt, Verschraubung angezogen, Fuge ohne sichtbares Öffnen |
| Nach Ereignissen | Nach Sturm, Anprall oder Umsetzen | Fugenmaß unverändert, Türen schließen weiterhin, keine Bewegungsspuren im Schmutz um den Beschlag |
| Regelmäßig | Saisonal | Korrosion an Beschichtungsschäden, Schmutz im Eckbeschlag, Verschraubung noch fest |
Der Korrosionsschutz ist unkompliziert. Eckbeschläge und Fuge frei von Laub, Splitt und verdichtetem Schmutz halten, denn eingelagerter Schmutz hält Feuchtigkeit dauerhaft am Metall. Streusalzreste abspülen, wo Zufahrten im Winter behandelt werden. Beschädigungen der Beschichtung zügig ausbessern, besonders an Kanten und um Schraubenköpfe, wo die Schicht am dünnsten ist. Gewinde sauber und leicht geschmiert halten, damit sich eine Klammer am Ende der Miete oder des Projekts ohne Gewalt lösen lässt. Über Gewinde und Wirkflächen wird jedoch nie lackiert, weil aufgetragene Schichten das vollständige Einhängen verhindern.
Einordnung in das gesamte Sicherungskonzept
Die Verbindungsklammer für Raumcontainer löst genau eine Aufgabe, nämlich das seitliche Auseinanderwandern benachbarter Module. Die übrigen Aufgaben löst sie nicht und soll sie auch nicht lösen.
- Nivellierung und Auflager: Fundamentplatten oder Auflager unter den Eckbeschlägen nehmen die vertikalen Lasten auf und entscheiden über die Winkligkeit des Gebäudes. Diese Arbeit muss stimmen, bevor geklammert wird.
- Verankerung und Ballast: der Widerstand der Gesamtanlage gegen Windsog und Kippen ist eine eigene Frage und gehört zur Bodenverankerung oder zur Ballastierung.
- Dachfuge und Rinne: Abdeckung und Entwässerung halten Wasser draußen, allerdings nur, solange das Fugenmaß konstant bleibt, für das sie gefertigt wurden.
- Fugendichtungen und Innenanschlüsse: sie schließen den Innenraum und zeigen als Erste an, dass sich eine Fuge bewegt hat.
- Treppen, Rampen und Geländer: sie werden an die Anlage angeschlossen und setzen voraus, dass diese sich wie ein Körper verhält.
Ersatzklammern samt Schrauben gehören trocken, beisammen und beschriftet ins Lager und nicht lose auf den Boden einer Werkzeugkiste. Beim Umsetzen fällt ein fehlendes Paar auf, und beim Umsetzen ist am wenigsten Zeit, Ersatz zu beschaffen. Da die Ausführung standardisiert ist, bleibt ein kleiner Vorrat über einen ganzen Bestand hinweg nutzbar und ist nicht an ein einzelnes Gebäude gebunden.
Häufig gestellte Fragen
Wo genau greift die Verbindungsklammer für Raumcontainer an?
Die variablen Verbindungselemente hängen in die seitlichen Öffnungen der Containerecken ein, also in die Öffnungen an den Längsseiten der Eckbeschläge. Diese Beschläge sind das kräftigste Bauteil des Rahmens und die vorgesehene Stelle für die Krafteinleitung. Die Verbindung zieht damit zwischen Eckpfosten und Trägern und belastet weder Wellblechwand noch deren Befestigungen.
Warum muss vorn und hinten verschraubt werden?
Eine einzelne Klammer verbindet nur an einem Punkt und wirkt wie ein Gelenk, sodass sich die Module weiterhin im Grundriss verdrehen und das andere Fugenende sich öffnet. Erst zwei Klammern mit Abstand bilden ein Kräftepaar und nehmen neben der Verschiebung auch die Verdrehung auf. Die statisch stabile Verbindung entsteht ausdrücklich nur bei Montage und Verschraubung an beiden Enden.
Warum ist sie für Seecontainer nicht geeignet?
Seecontainer bilden eine eigene Familie mit anderer Beanspruchung. Ihre Eckbeschläge sind für hohe Stapelung sowie für Twistlocks und Laschkräfte an Bord genormt, und gesichert wird mit Twistlocks, Brückenbeschlägen, Laschstangen und Spannschlössern als abgestimmtem System. Die Klammer ist auf die Eckgeometrie und die Lasten von Raum-, Büro-, Sanitär- und Baustellenmodulen ausgelegt und darf die Seesicherung nicht ersetzen.
Was passiert ohne Verbindung zwischen den Modulen?
Die Module wandern langsam auseinander. Winddruck und Windsog, Temperaturdehnung, Personenverkehr, zufallende Türen, Erschütterungen und ungleiches Setzen wirken in kleinen, sich wiederholenden Schritten, die sich summieren. Die Fuge öffnet sich, Dachabdeckung und Rinne werden über ihr Maß beansprucht, Wasser dringt ein, Innenbekleidungen reißen, Türrahmen laufen aus dem Winkel und am Boden entsteht eine Stufe.
Wann wird im Montageablauf geklammert?
Nachdem die Auflagerpunkte eben und tragfähig sind, das erste Modul rechtwinklig steht und das zweite mit kontrolliertem Abstand daneben abgesetzt und an beiden Enden ausgerichtet wurde. Danach werden die Elemente eingehängt und vorn wie hinten verschraubt, Ausrichtung und Türgang erneut geprüft, und erst anschließend folgen Dachfugenabdeckung, Rinne und Fugendichtungen.
Wie werden Klammern geprüft und gepflegt?
Vollzähligkeit und Zustand bei der Anlieferung prüfen, Sitz und Verschraubung nach der Montage, danach nach jedem Sturm, Anprall oder Umsetzen sowie saisonal. Eckbeschläge frei von Schmutz halten, Streusalzreste abspülen, Beschichtungsschäden zügig ausbessern und Gewinde sauber halten, damit sich die Klammer ohne Gewalt lösen lässt. Über Gewinde und Wirkflächen wird nicht lackiert.
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